3 IGCP Meeting – Süditalien

Das 3. IGCP-Meeting fand dieses Jahr vom 16.-22.09. in Süditalien statt. Mit knapp 60 internationalen Teilnehmern aus dem Bereich der Sealevel- und Tsunamiforschung war es das größte Meeting bisher. Die Arbeitsgruppe Umweltgeologie war mit Gösta Hoffmann, Bastian Schneider, Michaela Falkenroth und Valeska Decker vertreten, die ihre aktuellen Forschungsarbeiten vorstellten.

Nach der 2-tägigen Konferenz in der Universität von Taranto konnte während der anschließenden Exkursion von Taranto nach Sizilien die lokale Geologie erkundet werden. Der Fokus lag auf der Forschung zur Tektonik mit einhergehender Landhebung und Meeresspiegelveränderungen. Diese lassen sich anhand von Brandungshohlkehlen ausmachen, die bis zu 4 Meter über dem heutigen Meeresspiegel liegen. Die Hinweise für rezente Events und Veränderungen finden sich in dieser Region außerdem häufig in archäologischen Befunden, da die Gegend fast ständig dicht besiedelt war. So dienen zum Beispiel griechische Hafenanlagen, die später von Byzanthinern und dann auch von den Römern genutzt wurden, als Meeresspiegelanzeiger. Auch die römischen, im Meer gelegenen Fischzuchtbecken werden hierfür hergenommen.
Am letzten Tag der Exkursion wurde die tsunamigene Geschichte der Region thematisiert. Es finden sich geologische Hinweise auf Starkwellenereignisse, also Tsunamis oder Stürme, in Form von Grobsand-Schilllagen. Für rezente Ereignisse gibt es hier zusätzlich recht gute und viele anthropogene Aufzeichnungen. Wir sahen tonnenschwere Blöcke, die einem der drei Tsunamis innerhalb der letzten 1000 Jahre zugeordnet werden.
Alles in allem also ein sehr erfolgreiches und abwechslungsreiches Meeting mit guten und interessanten Gesprächen.

 

 

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