Deutschland

Neuigkeiten aus dem Arbeitsgebiet


Römerkanal Projekt


Die Erbauung der römischen Wasserleitung ist ein Meisterwerk der römischen Bauherren: Über 95,4 Kilometer Gesamtlänge folgt diese der natürlichen Morphologie des Geländes, da das Wasser ausschließlich mit dem Gefälle von den Quellen in der Sötenicher Kalkmulde bis zum Kölner Neumarkt geflossen ist. Hindernisse sind sowohl hydrologischer Natur, wie die Wasserscheide zwischen Maas und Rhein, als auch geologischer, wie die Überwindung des Villerückens. Mit einer Tagesleistung von rund 20 000 m³ kalkhaltigem Quellwasser wurde das römische Köln im ersten Jahrhundert nach Christus für eine Zeitspanne von rund 190 Jahren versorgt, bis die Wasserleitung nach Angriffen aufgegeben wurde.

In einem ersten Ansatz soll die unterirdisch geführte Eifelwasserleitung abgebildet werden. Methodisch werden von den Bachelorstudenten Niklas Heidemann und Sabine Kummer nichtinvasive Methoden der angewandten Geophysik durchgeführt. Dazu gehören Geoelektrik, Seismik, Geomagnetik und Bodenradar. Mit der Methode, die die archäologischen Überreste am besten abbildet, soll die Lage genau festgehalten werden. Durch den Abgleich mit bekannten Gefällekarten und Höhenlagen sollen Rückschlüsse auf neotektonische Ereignisse gezogen werden. Wir vermuten, dass die Wasserleitung in den vergangenen 2 000 Jahren durch aktive Störungen beeinflusst wurde.

Drei Abschnitte der Eifelwasserleitung werden zur Untersuchung näher ins Auge gefasst: Nördlich von Buschhoven ist der Verlauf und das Bestehen gesichert. Des Weiteren verläuft ein Ausläufer des Swistsprunges südlich von Buschhoven, der in der Kiesgrube Flerzheim aufgeschlossen ist. Diese tektonische Gegebenheit hat vermutlich Auswirkungen auf die Eifelwasserleitung, weshalb dieses Gebiet von besonderem Interesse ist (ein ausfürlicher Artikel über die Neotektonische Aktivität des Swistsprungs ist hier zu finden). Das dritte Arbeitsgebiet soll einen fehlenden archäologischen Befund näher untersuchen. An der heutigen Kreuzung der Eifelwasserleitung mit der Autobahn A1 wurde zu römischen Zeiten eine Holzleitung als Ersatz für die im Bauabschnitt noch nicht vollständig errichtete Steinkanalleitung gelegt. Die Abzweigung in die Holzleitung konnte bereits in den 80ern archäologisch belegt werden, die Zusammenführung jedoch nicht.

Involvierte Personen

 

Dr. Florian Wagner: Leiter der geophysikalischen Untersuchungen im Untersuchungsgebiet - Betreuer

PD Dr. Gösta Hoffmann: Umweltgeologische Fragestellungen – Betreuer

Sabine Kummer: Bachelorarbeit – GPR Untersuchungen zur Abbildung der Eifelwasserleitung

Niklas Heidemann: Bachelorarbeit – Seismische, geoelektrische und geomagnetische Untersuchungen zur Abbildung der Eifelwasserleitung

Rosa Enrique Martinez: Masterarbeit - 3D-Modell-Erstellung mit Move (Betreuer: Dr. M. Valdivia-Manchego)

Maurice Malcharzyk: tba

Annika Zöller: tba

Mathis Krahe: Mastermodul Öffentlichkeitsarbeit – Darstellung der Swistquerung bei Meckenheim-Lüftelberg als 3D-Modellierung

Impressionen


  • Ausbruchgraben der Römischen Wasserleitung im Kottenforst, die im Mittelalter als Baumaterial verwendet wurde. Das besondere an diesem Aufschluss ist das Vorhandensein von zwei parallelen Gräben über mehrere Kilometer Länge. Durch die nicht rechtzeitige Fertigstellung des Steinkanalabschnittes wurde hier eine provisorische Holzleitung erbaut, welche im Bild im rechten Graben geführt wurde. Der später fertiggestellte Steinkanal wurde durch den im Bild linken Graben geführt.