M.Sc. Tamara Baldus

Funktion

Masterstudentin AG Umweltgeologie 2017/2018

Aktuelle Anstellung

Mitarbeiterin (Vertrieb von GIS-Software auf Esri ArcGIS Basis) in der AED-SYNERGIS GmbH.

Arbeiten


Masterarbeit

Betreuer: PD Dr. G. Hoffmann & Prof. Dr. Tom McCann

Titel der Masterarbeit:

Postglacial lithosphere deformation along the southern Baltic Sea coast.

Zusammenfassung:

In der Masterarbeit werden spätpleistozäne Lockersediment-Deformationsstrukturen (LSDS) auf den deutschen Ostseeinseln Hiddensee und Rügen untersucht. Im Zentrum steht das Verständnis der Deformationsprozesse sowie deren potenzieller Auslöser. Ziel ist es, Aussagen über seismische Aktivität innerhalb Nordost-Deutschlands zu ermöglichen. Der Zusammenhang zwischen glazialisostatischer Ausgleichsbewegung (GIA) und postglazialer Erdbebenaktivität in Nordeuropa ist Gegenstand aktueller Forschung (Belzyt et al. 2017). Da entlang der deutschen Ostseeküste größtenteils Lockersedimente aufgeschlossen sind, ist der Nachweis seismischer Aktivität anhand von Verwerfungen an der Erdoberfläche nicht möglich. Allerdings führt erdbebeninduzierte Bodenverflüssigung in wassergesättigten Lockersedimenten zur Bildung von LSDS. In Deutschland konnten bereits auf der Ostseeinsel Usedom LSDS nachgewiesen werden, als deren Auslöser Erdbeben in Frage kommen (Hoffmann & Reicherter 2011). Darüber hinaus erfolgte die Untersuchung von LSDS in Mecklenburg-Vorpommern, die durch den Bau der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) freigelegt worden sind (Schirra 2018). Der überregionale Nachweis sowie die Analyse von LSDS stellen daher wesentliche Komponenten für die Verifizierung des GIA in Europa dar. Die vorliegende Arbeit behandelt folgende Kernfragen:

• Treten auf den deutschen Ostseeinseln Hiddensee und Rügen LSDS auf?
• Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Aufschlüsse sind erkennbar?
• Welche physikalischen und chemischen Prozesse liegen den LSDS zugrunde?
• Welche Ursachen bzw. Auslöser kommen für die Bildung der LSDS in Frage?
• Kann durch das Auftreten der LSDS seismische Aktivität nachgewiesen werden?

Zur Klärung dieser Fragen fanden im Zeitraum vom 10. - 21. Juni 2017 sedimentologische Geländearbeiten auf den Ostseeinseln Hiddensee und Rügen statt. An zwei Horizontalprofilen auf Hiddensee, 7,40 m (HP1) und 4,70 m (HP2) lang, sowie einem Horizontalprofil bei Dwasieden auf Rügen, 65 m lang (HP3) erfolgten Untersuchungen von LSDS in spätpleistozänen Lockersedimenten. Um den lateralen Zusammenhang von Deformationsmustern sichtbar zu machen, wurden detaillierte Grafiken der Strukturen sowie der Horizontalprofile erstellt und analysiert.